Der Gemüsegarten
Mit viel Fleiß und Mühe einen Ort schaffen, aus dem man sprichwörtlich „Aus dem Vollen schöpfen kann“.
Reinhard
Unser Gemüsegarten, ein Ort von Geben und Nehmen, von Schweiß und Glückseligkeit.
Unser Gemüsegarten hat seine Wurzeln in einer ganz einfachen, beinahe unscheinbaren Fläche, die vor einigen Jahren nur aus einer ungenutzten Wiese bestand. Damals war es kaum vorstellbar, dass aus diesem Stück Land einmal ein blühendes und lebendiges Gartenparadies entstehen würde. Angefangen hat alles mit der Idee, Hochbeete zu bauen – wir entschieden uns für alte Paletten, die wir gesammelt hatten.
Es ist jetzt bald sechs Jahre her, dass wir diese ersten Schritte in die Welt des ökologischen Gärtnerns unternommen haben, und erstaunlicherweise halten unsere Hochbeete immer noch stand! Klar, sie klappern hier und da ein wenig und zeigen erste Gebrauchsspuren – der Holzverfall macht sich bemerkbar. Irgendwann wäre es wohl an der Zeit, sie auszutauschen. Doch in diesem Jahr beschäftigen mich bereits zwei andere spannende Projekte, und so müssen unsere treuen Hochbeete erst einmal weiter ihren Dienst tun.
Besonders stolz bin ich auf unser Gartenwaschbecken, das aus alten Brettern und einem übriggebliebenen Waschtisch gefertigt wurde, der vermutlich einst in einem Hotelzimmer seinen Platz hatte. Solche Schätze sind in unserem Garten oft zu finden, denn ich bin ein großer Fan davon, Upcycling zu praktizieren – die kreativere Art der Wiederverwertung. Diese wunderschönen Fundstücke haben einen ganz besonderen Wert für uns; sie werden in der sogenannten Fliesenhütte gelagert, wo wir sie für zukünftige Projekte bereitstellen.
Jetzt möchte ich zurück zu unserem Gemüsegarten kommen. Eine der entscheidenden Komponenten, die unserem Garten Leben verleiht, ist unsere Zisterne. Ursprünglich war sie als Güllegrube genutzt worden, und ihre Reaktivierung stellte sich als eine wahrhaft schmutzige Herausforderung dar. Doch es war die Mühe wert – wir haben aus einem Ort des Unmuts eine Quelle des Lebens geschaffen. Die Zisterne ist mittlerweile das Herzstück unseres kleinen Gartenuniversums geworden und spielt eine zentrale Rolle in Zeiten des Klimawandels. Sie sorgt dafür, dass unsere Pflanzen stets ausreichend bewässert werden, und unterstützt uns dabei, einen nachhaltigen Lebensstil zu pflegen.
Jeder Schritt auf diesem Weg hat uns näher zusammengebracht und uns gelehrt, welche Freude es bereitet, im Einklang mit der Natur zu leben. Durch das ökologische Gärtnern schaffen wir nicht nur Nahrung für unseren Tisch, sondern auch einen Raum für Begegnung und Gemeinschaft. Unser Gemüsegarten ist mehr als nur ein Ort zum Anpflanzen – er ist ein Symbol unserer Entschlossenheit für eine grünere Zukunft!
Eine Vielfalt, wie im Paradies
Unser Gartenjahr beginnt bereits in den ersten Tagen des neuen Jahres, typischerweise schon im Januar oder Februar, mit einer wichtigen und spannenden Tradition: der Samenbestellung. In dieser besonderen Zeit wähle ich sorgfältig die Samen aus, die unseren Garten im kommenden Jahr zum Leben erwecken werden. Wir beziehen unsere kostbaren Samenkörner aus verschiedenen Regionen Österreichs und Deutschlands. Dabei legen wir größten Wert auf Bio- und Demeter-Qualitäten, denn nur das Beste für unseren Garten ist gut genug! Diese Labels garantieren nicht nur eine umweltfreundliche Anbauweise, sondern auch eine hohe Qualität, die sich in den Geschmacksnuancen unserer Ernte widerspiegelt.
Neben dem Anbau unserer eigenen Pflanzen besuchen wir regelmäßig verschiedene Pflanzenmärkte, um all jene Sorten zu finden, die wir nicht selbst ziehen können. Manchmal entstehen dabei auch wunderbare Tauschgeschäfte mit anderen Gärtnern, eine großartige Möglichkeit, unser Sortiment zu erweitern und gleichzeitig neue Pflanzenfreundschaften zu schließen!
In unserem Garten haben wir das Glück, einige „Dauergäste“ begrüßen zu dürfen, die sich über Jahre hinweg an einem Platz wohlfühlen. Da wären zum Beispiel der violette Spargel und der grüne Spargel sowie unser geliebter Erdbeer-Rhabarber. Diese Gemüseraritäten sind nicht nur ein wahrer Genuss für den Gaumen, sondern sie bringen auch eine besondere Note in unseren Garten und können bis zu 20 Jahre am selben Standort verweilen. Es ist faszinierend zu sehen, wie sie sich über die Jahre entwickeln und gedeihen.
Im Rhythmus der Jahreszeiten pflanzen wir eine Vielzahl von Gemüsesorten. Zu unseren saisonalen Stars zählen Radieschen, knackige Salate, saftige Paradeiser (Tomaten), aromatische Paprika, süße Karotten, würziger Sellerie sowie Zwiebeln und Knoblauch. Auch Hülsenfrüchte wie Buschbohnen finden ihren Platz in unserem vielfältigen Beet, ebenso wie Kohlrabi und erfrischende Gurken – allesamt gesunde Köstlichkeiten, die nicht nur lecker sind, sondern auch unserem Körper guttun.
Doch unser Gemüsegarten wäre nicht vollständig ohne einige spannende Exoten! In den letzten Jahren haben wir uns entschieden, auch ungewöhnlichere Sorten anzubauen, die zunehmend in Österreich Fuß fassen. Hierzu zählen beispielsweise Chayote (Cristofine), Süßkartoffeln und Andenbeeren. Diese exotischen Pflanzen bereichern nicht nur unsere Speisekarte mit neuen Geschmäckern, sondern bringen auch ein Stück weit internationales Flair in unseren heimischen Garten.
Ein Kapitel für sich sind unsere Kräuter, die sich harmonisch im gesamten Gemüsegarten verteilen. Sie sind nicht nur ein wunderschöner Blickfang, sondern fungieren zudem als wichtige Bienenmagneten und Nützlingsquartiere. Ihre Vielfältigkeit begeistert uns täglich und bietet uns die Möglichkeit, frisch geerntete Kräuter direkt in der Küche zu verwenden – für aromatische Gerichte und duftende Tees. Wenn du erst einmal mit dem ökologischen Gärtnern beginnst und all diese Wunder erlebst, wirst du schnell erkennen: Jeder kann seinen eigenen grünen Raum schaffen und ebenso zur Erhaltung der Natur beitragen! Gemeinsam für eine grünere Zukunft!
